Auch wenn der Bund der Ehe unter den besten Vorzeichen geschlossen wird, eine Garantie für finanzielle Absicherung ist er nicht – besonders für die Frau. Eine rechtzeitige finanzielle Vorsorge hat nichts mit mangelnden Gefühlen zu tun, sondern vielmehr damit, im Falle einer Scheidung finanziell unabhängig zu bleiben.

Armut in Österreich ist vorwiegend weiblich. Darauf haben z. B. die „VinziWerke" gemeinsam mit der Schuldnerberatung erst heuer wieder aufmerksam gemacht. Der häufigste Grund bei Frauen – wie auch Männern - in die Schuldenfalle zu tappen, ist Arbeitslosigkeit bzw. eine Einkommensverschlechterung. Bei den Frauen ist jedoch erstmals „Scheidung/Trennung" als Überschuldungsgrund auf Platz drei vorgerückt.
Das niedrigere Einkommen von Frauen und eine beschleunigte Verschuldung im Trennungsfall korrelieren zumeist. Wird geheiratet, heißt es für die meisten Frauen, Kinder und Job unter einen Hut zu bekommen. Außerdem gehen weiterhin fast ausnahmslos die Frauen in Karenz. Wieder in den Beruf einzusteigen bzw.
Vollzeit zu arbeiten, ist dann oft schwierig, was sich sowohl negativ auf das Einkommen auswirkt als auch die finanzielle Abhängigkeit vom Partner erhöht.

Weniger Verdienst & Pension

pensiondifferenz2019

Rund 51% Gender-Gap

Um auf das mittlere Einkommen eines Mannes zu kommen (2.500 Euro brutto
pro Monat), müssten Frauen, so die Berechnungen der Arbeiterkammer, um
neun Stunden pro Woche mehr arbeiten als Männer. Auch in Sachen Pension
sieht es für Frauen schlecht aus: 2019 lag die Pensionshöhe der Männer im Schnitt bei 1.769 Euro, jene der Frauen bei 1.171 Euro 

(Quelle: Sozialministerium). Das macht einen Gender-Gap von 51 Prozent.

Scheidungen werden mehr

Dass Ehen nicht „Bis, dass der Tod uns scheidet“ dauern und nicht der finanziellen Absicherung dienen sollten, belegt die Scheidungsrate in Österreich:    

  • Laut Statistik Austria lag die Scheidungsrate 2019 bei 40,7 Prozent.     
  • Rund 16.300 Ehen wurden – ähnlich wie 2018 – geschieden.    
  • Die höchste Scheidungsrate erreichte 2019 Niederösterreich mit 44,4 Prozent, die niedrigste Scheidungsrate gab es in Tirol mit 34,9 Prozent.    
  • Die durchschnittliche Ehedauer ist mit 10,5 Jahren im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.   
  • Das mittlere Scheidungsalter beträgt laut Statistik bei Männern 45,3 Jahre und bei Frauen 42,1 Jahre.    
  • Zudem wurden im vergangenen Jahr 121 eingetragene Partnerschaften aufgelöst (plus 23,5 Prozent zu 2018).    
  • Erstmals sind in der Statistik auch Scheidungen gleichgeschlechtlicher Ehen enthalten: Jeweils vier männliche und vier weibliche Ehepaare ließen sich
    scheiden.
 
Für 2020 gab es bis Redaktionsschluss noch keine offiziellen Zahlen, aufgrund der Coronakrise wird aber
mit einem Anstieg an Scheidungen gerechnet.

 

Staatliche Regelungen

Bereits vor der Ehe sollte jeder an „was ist, wenn“ denken. Denn eine Ehe ist auch ein Vertrag mit Rechten und Pflichten. Laut Eherecht herrscht in Österreich der gesetzliche Güterstand der Gütertrennung, Eheverträge werden dennoch oft
abgeschlossen. Dieser ist besonders sinnvoll, wenn die finanziellen Verhältnisse zwischen den zwei „Parteien“ sehr unterschiedlich sind. Eine Vermögensaufteilung, wie sie rechtlich vorgesehen ist, kann vor allem im Streitfall oder bei sehr unterschiedlichen Einkommen kompliziert werden.

Geschiedene Paare können außerdem vertraglich frei vereinbaren, ob und in welcher Höhe einer der Ehegatten Unterhalt leisten muss. Außerdem gibt es unterschiedliche gesetzliche Unterhaltsansprüche, wenn bei einer Scheidung ein Schuldspruch erfolgte oder sich einer der Eheleute der Kindererziehung widmet(e).

Kundenbesuch

Durch Heirat oder Scheidung reich?

Unternehmenskunden

Auf die finanzielle Absicherung bis ins hohe Alter durch eine Heirat zu hoffen ist
genauso wenig empfehlenswert, wie auf den Reichtum durch eine Scheidung.
Schlechtere Bezahlung, Karenz- und Teilzeit, fehlende Vorsorgemaßnahmen sowie mangelhaftes Wissen über das Thema Finanzen erhöhen die Armutsgefahr nach einer Scheidung. Die finanzielle Vorsorge sollten Frauen also früh genug selbst in die Hand nehmen, um sich vor einem materiellen Abstieg bzw. Armut im Alter zu schützen. So heißt es, sich nicht auf den Partner, der sich „um das Geld kümmert“, oder auf die staatliche Pension im Alter zu verlassen, sondern viel mehr gezielt und selbstbestimmt eigenes Vermögen aufzubauen. 

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