Bis zum Jahr 2050 will die Europäische Union den Ausstoß von Treibhausgasen unter dem Strich auf null senken. Schon in den nächsten zehn Jahren sollen ehrgeizige Zwischenziele erreicht werden.

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Das ist das Ziel des Europäischen Grünen Deals, der im Dezember 2019 präsentiert wurde und auch unter dem Namen European Green Deal bekannt ist. Dafür muss das gesamte Wirtschaftssystem vom Verkehr über die Industrie bis zum Energiebedarf privater Haushalte auf ganz neue Füße gestellt werden. Das Wirtschaftswachstum soll künftig vom Verbrauch von Rohstoffen so weit wie möglich abgekoppelt werden. Der Finanz- und Veranlagungsbereich soll unter dem Motto Green Finance einen wesentlichen Bereich zur Erfüllung der Vorgaben leisten. Schließlich muss der private Sektor in den kommenden Jahrzehnten einen Großteil der Investitionen in neue umweltfreundliche Technologien aufbringen. Mit anderen Worten: Es geht um sehr viel Geld und um langfristige Chancen für Anleger.

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Der Fahrplan für die Umstellung der EU-Wirtschaft auf Nachhaltigkeit ist ehrgeizig. In nur drei Jahrzehnten soll nur noch soviel Kohlenstoff neu in die Atmosphäre gelangen, wie dieser durch andere Maßnahmen wieder entzogen wird. Die Kosten für den Grünen Deal sind entsprechend gigantisch. Eine zu Jahresanfang 2021 veröffentlichte Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs geht bis 2050 von einem Bedarf an Investitionen in Höhe von insgesamt 10.000 Milliarden Euro aus.

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Zum Vergleich: Die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs wird heuer rund 400 Milliarden Euro erreichen. Wofür werden die 10.000 Milliarden benötigt? Die Kapazität der Wind- und Solarkraftwerke in der EU soll sich zum Beispiel in den kommenden 30 Jahren auf das Neunfache des heutigen Volumens erhöhen. In der Industrie soll grüner Wasserstoff zum zentralen Energieträger werden. Dafür wird Wasser durch saubere Energie in seine Bestandteile zerlegt. Ein Vorteil ist, dass sich der entstehende Wasserstoff viel leichter auf weite Entfernungen transportieren lässt als Strom. Außerdem sind neue, innovative Produktionsverfahren möglich. Der österreichische Stahlerzeuger voestalpine plant zum Beispiel, bis zum Jahr 2050 mittels Wasserstoff-Technik CO2-neutral zu werden. Viel Geld wird außerdem in die Energieeffizienz, in Batterien und in einen klimafreundlichen Verkehr investiert werden müssen.

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Klar ist, dass die EU und die einzelnen Mitgliedstaaten für die Förderung umweltfreundlicher Maßnahmen viel Geld in die Hand nehmen werden. Und die geplanten Mittel werden durch die Corona-Krise nicht kleiner, im Gegenteil: So wurde Ende 2020 ein zusätzliches Programm zur Konjunkturstützung namens „Next Generation EU“ in Höhe von 750 Milliarden Euro beschlossen. 30 Prozent dieser Mittel sind für den Klimaschutz reserviert. Doch ein wesentlicher Teil des Kapitals zur Umstellung der EU auf saubere Energie wird von privaten Investitionen kommen müssen. Die Investmentbanker von Goldman Sachs gehen von einem Anteil von insgesamt 6.000 Milliarden Euro aus, also mehr als die Hälfte des Gesamtbedarfs. Das entspricht rund 200 Milliarden Euro pro Jahr und bedeutet eine massive Steigerung gegenüber bisherigen Investitionsplänen.

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Europa ist zum Glück nicht allein im Kampf gegen den Klimawandel. Staaten wie China, Japan und Südkorea wollen zwischen 2050 und 2060 ebenfalls klimaneutral wirtschaften. Klimawandel und Klimaneutralität ist ein weltweites Ziel. Das Jahr 2021wird in vielen weiteren Staaten zu neuen Initiativen führen. So hat der neue US-Präsident Joe Biden als eine seiner ersten Amtshandlungen schon bestimmt, dass die Vereinigten Staaten wieder dem Pariser Klimaabkommen beitreten. Biden beabsichtigt außerdem, die US-Energieerzeugung bis 2035 auf CO2-Neutralität umzustellen.

Die weltweiten Investitionssummen für den ökologischen Umstieg werden also noch weit höher liegen als die ohnehin schon gewaltigen Beträge, die in der EU aufgebracht werden müssen. Und es geht nicht um einen kurzfristigen Boom bestimmter Branchen, sondern um einen Prozess, der viele Jahre dauern und sich weiter beschleunigen wird. Unternehmen, die umweltfreundliche Technologien anbieten, haben langfristig besonders gute Chancen.

Jeder Anleger kann selbstbestimmt entscheiden, ob er einen Beitrag leisten will, um die größte Herausforderung für die Zukunft unseres Planeten zu meistern: In welchem Umfang soll das eigene Vermögen dazu beitragen, die Klimakrise zu bewältigen und den Zustand der Welt zu verbessern? Bei dieser Entscheidung geht es nicht darum, auf attraktive Renditen zu verzichten. Viele Studien zeigen, dass nachhaltige Investment mit konventionellen Veranlagungen mithalten, ja sogar Vorteile haben können. Außerdem kann zusätzlich das Risiko gesenkt werden, in Unternehmen zu investieren, die beim Umstellungsprozess ins Hintertreffen geraten oder sogar für Umweltschäden teure Strafen zahlen müssen.

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So investieren Sie nachhaltig und mit Verantwortung

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