Monika Meissl, Vorsorgeexpertin & Onboardingmanagerin bei Swiss Life Select ist davon überzeugt, dass auch Frauen sich öfter mit Finanzthemen beschäftigen würden, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Lesen Sie mehr dazu im Intereview.

Aus der Erfahrung der Swiss Life Select BeraterInnen heraus: Wie sehr ist den Frauen die Thematik Pensionslücke und auch Gender Pay Gap bzw. Gender Pension Gap bewusst?

An der Bewusstseinsbildung diesbezüglich muss noch generell gearbeitet werden. Es gibt aber große Unterschiede, abhängig von einigen Faktoren wie Alter, Finanzwissen, Lebenssituation. Frauen sind oftmals überrascht, wie groß ihre tatsächliche Pensionslücke ist, wie stark sich Teilzeitarbeit und Kinderbetreuungszeiten auswirken und wie sehr sie selbst im 21. Jahrhundert benachteiligt werden. So arbeitet gemäß Statistik Austria jede zweite Frau in Teilzeit, Tendenz leicht steigend. Das spiegelt sich auch im Einkommen und in der späteren Pensionslücke wider.

Pensionäre

Da es ja offenkundig ist, dass das weibliche Arbeitseinkommen vielfach nicht an jenes von Männern heranreicht: wie können Frauen am besten für das Alter vorsorgen? Was gilt es zu allererst zu beachten?

Viele Frauen trauen sich gar nicht zu, das Thema Altersvorsorge aktiv anzugehen. Es gibt zwei essentielle Punkte, die ich gern ansprechen möchte. Zum einen erlebe ich es immer wieder, dass Frauen bei der Altersvorsorge auf die Absicherung durch ihren Mann verlassen. Da kommt es nicht selten zu einem bösen Erwachen. Zum anderen glauben viele Frauen, dass Altersvorsorge etwas für Menschen mit höherem Einkommen ist. Aber das stimmt gar nicht. Je früher man mit kleinen Beträgen anfängt, desto mehr unterstützt der Faktor Zeit die Wertentwicklung. Ein guter Ansatz ist es zum Beispiel, jedes Jahr die kollektivertragliche Erhöhung in die Vorsorge zu investieren, statt sie im Geldbörsel verschwinden zu lassen. Sind es im ersten Jahr vielleicht 20€ im Monat und im darauffolgenden 10€ und noch ein Jahr später wieder 20€, so spart man nach drei Jahren bereits 50€ im Monat für die eigene Zukunft vor, ohne zu einem Zeitpunkt finanziell weniger Geld zur Verfügung zu haben. Viele Frauen sind in der Beratung total überrascht, welche Vorsorgemöglichkeiten es für sie gibt.

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Die konkrete Umsetzung: machen die Berater von Swiss Life Select einen Unterschied je nach Alter der zu beratenden Frau?

Natürlich macht es einen Unterschied, wenn eine 20-Jährige über ihre Zukunft mit mir spricht oder eine 45-Jährige. Denn wer erst mit 45 Jahren beginnt die eigene Vorsorge zu planen hat eben nur noch 20 Jahre bis zum Pensionsantritt Zeit. Eine 20-Jährige hingegen hat noch 45 Jahre Zeit. Die Vorsorgestrategie wird individuell auf die Ausgangslage und das Ziel der Frauen ausgerichtet. Grundsätzlich gilt jedoch: je später man beginnt, desto höher ist der monatlich zu investierende Betrag, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Nach der einfachen Formel: Zeit x Geld = Vermögen.

Unternehmenskunden

Welche Faktoren - abgesehen von der monatlich möglichen Sparrate - spielen sonst noch eine Rolle?

Wichtig für die eigene Vorsorge sind die Wünsche und Ziele, die man im Laufe des Lebens erreichen möchte. Plant man z.B. sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu kaufen, ist eine Ansparphase essentiell, um die notwendigen Eigenmittel zu haben. Aber die eigene Immobilie verändert auch den Kostenaufwand im Alter und ist dementsprechend auch aufgrund der derzeitigen Niedrigzinspolitik eine attraktive Form der Zukunftsvorsorge. Genauso kann auch eine Anlegerwohnung eine interessante Vorsorge darstellen.
Daher gibt es nicht die eine Lösung, die für alle Frauen passt. Es kommt vielmehr auf die eigenen Vorstellungen für das Leben an. Je klarer man diese visualisiert, desto besser kann man dafür vorsorgen. Was die Zukunft bringt, weiß man heute noch nicht, aber gewappnet zu sein bringt Sicherheit – für ein langes, selbstbestimmtes Leben. Und dies soll nicht an den finanziellen Mitteln scheitern.
 

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Zu welchen Sparformen kann man Frauen raten, die nur wenig monatlich ansparen können?

Das Wichtigste ist sicher, dass frau überhaupt etwas für sich vorsorgt! In welcher Form?
Hier gibt es kein allgemeingültiges Rezept, dass man je nach Einkommen anwenden kann. Da zählen viele Aspekte dazu. Neben dem monatlich möglichen Betrag spielen auch der Zeithorizont, das Anlageprofil, bereits Angespartes und persönliche Vorlieben eine wichtige Rolle, um die richtige Strategie für die Erfüllung der Wünsche, Träume und Ziele wählen zu können.
 

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Müssen / sollen Frauen grundsätzlich anders für das Alter vorsorgen, als Männer?

Die Möglichkeiten, die existieren, machen keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.
Es gibt aber bestimmte Zusätze in einer Vorsorge, wie zB Prämienübernahme in der Babypause – je nach Lebensphase können diese Zusätze einen wichtigen Aspekt für das Durchhalten der Vorsorge sein und daher auf alle Fälle mit bedacht werden. Schließlich soll das Sparziel ja erreicht werden, um die Pension nach eigenen Vorstellungen genießen zu können.
Frauen müssen jedoch in der Regel mehr vorsorgen als Männer. Denn zum einen verdienen sie im Schnitt weniger. Zum anderen gehen sie in der Regel früher in Pension. Zu guter Letzt leben Frauen im Schnitt auch länger – ein oftmals unterschätzter Faktor! Das sind die wesentlichen Gründe, warum Frauen mehr vorsorgen müssen. Die durchschnittliche Pensionshöhe im 1. Halbjahr 2020 betrug bei Männern Netto 1.678,96 €, bei Frauen waren es nur 1.156,83€. Das allein sind schon 35% Defizit, das Frauen ausgleichen müssen.
 

Feinkost

Haben Sie den Eindruck, dass Frauen allgemein sich zu wenig mit Finanzbelangen auskennen und - sofern ein Partner vorhanden ist - die Vorsorge zu sehr in dessen Hände legen? Falls Ja, woran meinen Sie liegt das?

Die Tendenz ist nach wie vor da. Ein wesentlicher Grund kommt sicher aus veralteten Rollenbildern, wo der Mann der Hauptverdiener war und damit auch größtenteils bestimmt hat, was mit dem Geld außerhalb der Lebenshaltungskosten passiert. Weiters herrscht oft der Glaubenssatz: „Über Geld spricht man nicht“. Ich kenne viele Kundinnen und Frauen, die mit ihrem privaten Umfeld nicht über Geld reden. Damit wird das Thema verdrängt. Männer sind hier anders, sie tauschen sich über Investitionen und Veranlagungsmöglichkeiten öfters aus. Damit ist das Thema präsenter und auch die Möglichkeiten bekannter. Bei Frauen kommt das Wissen oftmals aus der Schule oder aus Zeitungen nicht aber über den Erfahrungsaustausch. Das wirkt aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten auch abschreckend. Da fühlen sie sich dann unwohl und überlassen es lieber den Männern oder legen ihr Geld auf ein Sparkonto. Beides ist keine gute Strategie für das eigene Leben vorzusorgen.Wichtig für die eigene Vorsorge sind die Wünsche und Ziele, die man im Laufe des Lebens erreichen möchte. Plant man z.B. sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu kaufen, ist eine Ansparphase essentiell, um die notwendigen Eigenmittel zu haben. Aber die eigene Immobilie verändert auch den Kostenaufwand im Alter und ist dementsprechend auch aufgrund der derzeitigen Niedrigzinspolitik eine attraktive Form der Zukunftsvorsorge. Genauso kann auch eine Anlegerwohnung eine interessante Vorsorge darstellen.
Daher gibt es nicht die eine Lösung, die für alle Frauen passt. Es kommt vielmehr auf die eigenen Vorstellungen für das Leben an. Je klarer man diese visualisiert, desto besser kann man dafür vorsorgen. Was die Zukunft bringt, weiß man heute noch nicht, aber gewappnet zu sein bringt Sicherheit – für ein langes, selbstbestimmtes Leben. Und dies soll nicht an den finanziellen Mitteln scheitern.
 

Junge Berufstätige

Weibliche Investoren gelten als risikoavers. Wie überzeugen Sie bzw. die Berater bei Swiss Life Select, Frauen, dass ein gewisses Maß an Risiko nötig sein wird, um gute Renditen zu erzielen?

Es geht weniger darum zu überzeugen, als darum Vor- und Nachteile verschiedenster Anlageformen darzulegen. Neben Anlageprofil, Zeithorizont und Ausgangslage ist das Ziel wesentlich. Grundsätzlich gilt: je kürzer der Zeithorizont, desto konservativer; je länger, desto dynamischer kann die Vorsorgelösung ausgestaltet werden. Zahlreiche Studien über die Entwicklung der Märkte belegen, dass ein langfristiges Investment in die Märkte sinnvoll ist. Themen, die frau besonders interessieren, können und sollen hier auch mit berücksichtigt werden, um einen hohen Identifizierungsgrad mit der Vorsorgelösung zu erzielen. Bei der Selektion der passenden Bausteine sollte frau auf alle Fälle auf die Expertise von unseren BeraterInnen bauen. Mit einer intelligenten Zusammenstellung ergibt sich eine breite Streuung, die das Investment stabilisiert. Ertragssicherungen sorgen dafür, dass Gewonnenes nicht wieder verloren gehen kann. Am Ende ist wichtig, dass das Sparziel erreicht wird und der Weg dorthin dabei ein möglichst angenehmer ist - für ein erfülltes, langes und vor allem selbstbestimmtes Leben.

Pensionäre
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