Investieren kann so einfach sein, doch viele Österreicherinnen und Österreicher trauen es sich nicht zu. Stattdessen bleibt das Geld auf Sparbüchern liegen und verliert aufgrund der Inflation an Wert. In unserer Blog-Reihe erklären wir Ihnen leicht verständlich, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihr Geld möglichst gewinnbringend anlegen wollen. Wir klären über Investment-Irrtümer auf.

„Anlagestrategien sind eine Altersfrage.“

Sie suchen die perfekte Vermögensstrategie? Dann haben Sie vielleicht schon folgenden Tipp gehört: „100 - (Alter) = Aktienquote“. Heißt: Wollen Sie als 20-Jähriger langfristig und strategisch investieren, sollte die Aktienquote Ihres Depots 80 Prozent betragen. Umgekehrt sind es mit 80 Jahren 20 Prozent.
Ach, wäre doch alles nur so einfach. Ist es aber nicht: Die Formel geht davon aus, dass jüngere Menschen langfristiger investieren und Kurseinbrüche besser wegstecken können. Dabei sind auch andere Faktoren neben dem Alter sehr wichtig: Wie groß ist Ihr Vermögen? Was wollen Sie erreichen? Worin wollen Sie überhaupt investieren? Wie alt Sie sind, ist da von geringerer Bedeutung.
 

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„Ratierlich investieren? Besser auf einen Schlag!“

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Angenommen, Sie haben Geld vom Onkel aus Amerika geerbt und planen eine langfristige Geldanlage. Was nun? Alles auf einmal investieren? Oder nach und nach anlegen? Das kann zur Frage führen: Wann Fonds kaufen? „Just set it and forget it“ hört man immer wieder als Tipp.
Doch gerade bei sehr langfristigen Anlagen verliert der Unterschied zwischen Einmalanlagen und Sparplänen an Bedeutung. Zudem weiß niemand, wie sich Märkte entwickeln. Vielversprechender ist da ein anderer Tipp: „Lege nie alle Eier in einen Korb“, raten erfahrene Börsianer zu Recht Neueinsteigern. Neben mehreren Bausteinen der Veranlagung ist es sinnvoll zusätzlich zu einer Einmalzahlung monatlich zu investieren, um die Schwankungen an den Märkten bestmöglich zu nutzen.
 

„Unsichere Aktien? Lieber Anleihen!“

„Anleihen sind sicherer als Aktien“ – ein Satz wie aus dem Lehrbuch für Börseneinsteiger. Leider wird dabei oft die entscheidende Fußnote vergessen: Anleihen beinhalten ebenso wie Aktien das Risiko, dass Sie als Anleger Ihr Geld nicht zurückerhalten. Als Aktionär sind Sie Eigentümer eines gekauften Unternehmens, als Käufer von Anleihen Gläubiger des Unternehmens. Und eine Insolvenz des Unternehmens kann sowohl die Eigentümer als auch die Gläubiger treffen.

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Expertentipp:

Eine gute Strategie ist daher nicht auf ein Pferd zu setzen sondern zu diversifizieren. Und das geht auch schon mit kleinen Beträgen. Investmentfons und ETFs bieten hier eine große Streuung und können so das Risiko von Ausfällen (Insolvenz eines Unternehmens) reduzieren.

„Geldanlage? Sichere Rendite geht auch ohne Risiko!“

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Der Bundesschatzbrief mit seiner attraktiven Verzinsung und Sicherheit war einmal ein echter Schatz. Doch diese Zeiten sind vorbei. Starke Renditechancen und Sicherheit – beides bekommt man schon längst nicht mehr gemeinsam. Einen „free Lunch“, eine „kostenlose Rendite“ gibt es nicht: Höhere Ertragschancen gehen in der Regel immer auch mit höheren Risiken einher.

Aber das Rendite-Risikoprofil bei Geldanlagen lässt sich verbessern. Für jedes Anlageziel und jede Risikobereitschaft gibt es eine sinnvolle Vermögensstrategie. Vor allem sollten Sie, wenn möglich, langfristig investieren: Je länger Sie Geld für sich arbeiten lassen, desto weniger wirken sich in der Regel negative Kursschwankungen aus und desto gleichmäßigere Renditechancen haben Sie.
 

„Anlagestrategien gibt es von der Stange.“

In welchen Fonds investiere ich bloß? Welche Geldanlage ist sicher? Was ist die ideale Aktienstrategie? Oft zäumen wir das Pferd von hinten auf, googeln z.B. „sichere Aktien oder Investmentfonds“ in der Hoffnung, das richtige Patentrezept zu finden. Das aber gibt es nicht.
Wer Vermögen aufbauen oder vermehren will, muss zunächst den ersten Schritt vor dem zweiten machen und seine „Ist-Situation“ analysieren: Was habe ich an Vermögen? Wieviel Geld kommt rein, was gebe ich aus? Wo habe ich Verbindlichkeiten, Verträge, Schulden? Bevor Sie fundiert Vermögen aufbauen, d. h. stetig und möglichst langfristig investieren, ist es sehr sinnvoll und notwendig, Ihre Zeit zunächst mit der ehrlichen Analyse des Status Quo zu verbringen.

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„Für einen Sparplan mit Aktien brauche ich keine Strategie."

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Ein Sparplan kann als langfristige Geldanlage für viele Anleger eine gute Wahl sein. Dennoch kommen Sie nicht drum herum, Ihre eine Anlagestrategie zurechtzulegen. Denn die Gewissheit, dass eine Geldanlage sicher ist und gleichzeitig eine starke Rendite bringt, gibt es nicht.
Welche Strategie macht Sinn? Ihre langfristigen Investments sollten genau auf das Einzahlen, was Sie mit ihnen erreichen wollen: zum Beispiel einen Hauskauf, ein sorgloses Leben im Alter oder Startkapital für die Enkel. Bei Anlagestrategien ist oft das Ziel der Weg: Wo Sie hin wollen gibt Ihnen vor, welchen Weg Sie bei der Geldanlage langfristig am besten einschlagen.

„EINE Top-Aktie reicht als langfristiges Investment.“

Das Risiko einer Geldanlage lässt sich minimieren. Jedoch nicht, indem Sie auf zwei oder drei vermeintlich sichere Aktien setzen. Selbst Wertpapiere namhafter Unternehmen sind kein Garant für eine sichere Rendite. In welche Aktien, in welchen Fonds investieren Sie also am sinnvollsten? Das sollten Sie am besten den Anlageprofis überlassen, die sich täglich mit diesen Fragen beschäftigen.
Ein guter Finanzberater wird Sie zudem auf eine notwendige und sinnvolle Risikostreuung hinweisen. Mittel- und langfristig Geld anlegen, heißt aber in der Regel nicht, es zu je einem Viertel in Gold, Aktien, Anleihen und Immobilien zu investieren, sondern es entsprechend auf die Anlageformen aufzuteilen, die zu Ihren persönlichen Zielen, zu Ihrer Risikobereitschaft und Lebensumständen passen.

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„Aktien als langfristige Geldanlage lohnen ab 50 nicht mehr.“

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Wenn Sie bei der Geldanlage langfristig denken, haben Sie schon vieles richtiggemacht. Dass sich aber Aktien und andere Investments mit fortschreitendem Alter nicht mehr lohnen, ist ein Irrtum. Selbst wer heute mit Mitte 60 in Rente geht, hat im Schnitt weitere 20 Lebensjahre vor sich. Genug Zeit, um zwischenzeitliche negative Aktienmarktentwicklungen hinter sich zu lassen. Und genug Zeit, um sein Vermögen zu vermehren – und z.B. anschließend etwas davon zu vererben oder es einfach selber auszugeben!

„Die beste Vermögensstrategie ist, aktiv zu kaufen und zu verkaufen.“

Wann ist ein guter Zeitpunkt, um Fonds zu kaufen oder zu verkaufen? Wie sicher ist mein angelegtes Geld gerade? Wenn Sie sich ständig Gedanken um den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt machen und eigentlich langfristig geplanten Investments immer wieder umschichten, fahren Sie oft schlechter als ein Anleger, der sein Vermögen langfristig wachsen lässt ohne ständige zwischenzeitliche Eingriffe.
Nicht umsonst heißt es: „Hin und her macht Taschen leer“. Wer hektisch handelt, nimmt Kursverluste oft eher mit, genauso wie anfallende Transaktionskosten für den Wechsel der Anlageformen. Langfristig investieren kann sich auszahlen: Bei einer weltweiten Geldanlage in Aktien hätte die Rendite von 1900 bis 2018 bei durchschnittlich 5,2 % pro Jahr gelegen, so eine Experten-Studie. Und das trotz diverser Krisen und sogar zweier Weltkriege.

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„Eine clevere Anlagestrategie? Jeden freien Cent investieren!“

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Eine langfristige Geldanlage eröffnet Ihnen die Chance auf eine ordentliche Rendite. Investieren Sie aber Ihr ganzes Geld in die Vermehrung Ihres Vermögens, kann Sie das am Ende einiges kosten – nämlich dann, wenn z.B. rund um Haus, Kind oder Auto unerwartete Kosten auf Sie zukommen. Darum sollten Sie bei allen Anlagestrategien nicht die traditionelle Weisheit vergessen, rund drei Monatsgehälter als Liquidität verfügbar zu haben. Auf diese Weise verhindern Sie, Teile Ihrer Vermögensanlage mit Verlust verkaufen oder einen Kredit aufnehmen zu müssen, wenn Unvorhergesehenes dazwischenkommt.

„Langfristige Geldanlage an den Kapitalmärkten ist Zockerei."

Geld investieren und verdienen – für viele Österreicherinnen und Österreicher ist das nach wie vor kein Thema. Sie bunkern ihr Erspartes lieber unter dem Kopfkissen oder parken es auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten. Warum? Wir wissen es in der Regel nicht besser. Doch nichts tun und auf bessere Zeiten zu warten hilft genauso wenig weiter. Am Ende kommt es darauf an, aus allen möglichen Anlagestrategien die für Sie richtige zu finden und diese auch in bewegten Kapitalmarktzeiten beizubehalten.
Was zählt, ist eine kluge Mischung der Anlageformen, der passende Anlage-Zeitraum und die bestmögliche Optimierung des individuellen Risikos, sodass Sie weiter ruhig schlafen können. Dann steht einer langfristig erfolgreichen Vermehrung des eigenen Vermögens eigentlich nichts mehr im Wege.

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Schluß mit Irrtümern!

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