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Sorgenfrei in die Selbstständigkeit

Selbstbestimmung, flexibles Zeitmanagement und hohe Verdienstmöglichkeiten auf der einen Seite, unternehmerische Risiken, finanzielle Engpässe im Krankheitsfall und Administrationsaufwand auf der anderen: Um von den Vorteilen der Selbstständigkeit profitieren zu können, müssen Unternehmer einige Herausforderungen meistern.

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Mehr Selbstbestimmung ist für Österreichs Selbstständige laut einer Studie der Statistik Austria das zweithäufigste Motiv für eine selbstständige Erwerbstätigkeit. Arbeiten und Urlaub machen, wann man will, frei bestimmen, in welche Richtung das Unternehmen geht, und ausschließlich in die eigene Tasche wirtschaften – zumindest in der Theorie hat die selbstständige Tätigkeit verlockende Vorzüge. Auf der anderen Seite birgt sie aber auch Risiken wie etwa einen hohen administrativen Aufwand, Verdienstentgang im Krankheitsfall oder Pensionsarmut. In einer Studie der Statistik Austria führen die Selbstständigen als größte Schwierigkeiten ihre geringen Einflussmöglichkeiten auf die Preisgestaltung von Arbeit und Produktion sowie den behördlichen Verwaltungsaufwand an. Zeiten mit nur wenig Geld zum Leben sowie ausbleibende Kunden nennen nur 7,8 beziehungsweise 7,3 Prozent der Studienteilnehmer als Problem.

Risiken vorbeugen

Damit der Wunsch nach Selbstbestimmung in der Selbstständigkeit in Erfüllung geht, können Unternehmer Vorsorge treffen. Der erste Schritt dabei ist zu erkennen, dass der Selbstständige selbst seine wichtigste Ressource ist. Und diese Ressource sollte für die Kernkompetenz zum Einsatz kommen. „Ein Tipp ist, sich einen Steuerberater oder gewerblichen Buchhalter zu suchen, der dem Unternehmer die administrativen Tätigkeiten abnimmt“, sagt Elisabeth Zehetner-Piewald, Geschäftsführerin der Jungen Wirtschaft und des Gründerservice in der Wirtschaftskammer Österreich. Auch das Hinzuziehen eines Financial Planners erleichtert das Zeitmanagement. Stichwort Zeitmanagement: Gerade Selbstständige neigen dazu, ihre Freizeit für die Arbeit aufzuopfern. Doch Erholungsphasen sollten fix eingeplant werden. In der Selbstständigkeit kann der Krankheitsfall nämlich rasch zum Problem werden – vor allem für Einzelkämpfer. Einnahmen bleiben aus, Fixkosten laufen weiter. Zwar gibt es bei einem längeren Ausfall unter gewissen Voraussetzungen eine Unterstützung von der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA), mit aktuell 30,53 Euro täglich und auf 20 Wochen begrenzt ist dieser jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Echte Abhilfe schafft hingegen eine Zusatzversicherung, die den Einkommensausfall schon früher und mit höheren Auszahlungen abfedert. „Eine private zusätzliche Versicherung macht Sinn, wenn man auf das jeweilige Berufsbild Rücksicht nimmt“, so Zehetner-Piewald.

Vorsorgen für Nachzahlungen

Eine Herausforderung, die trotz ihrer Bekanntheit vielen Selbstständigen zu schaffen macht, sind Nachzahlungen an die Sozialversicherung. Aufzupassen gilt es dabei im dritten Jahr nach der Unternehmensgründung. Während sich die Versicherungsbeiträge in den ersten beiden Jahren nämlich nach der Mindestbeitragsgrundlage bemessen, lösen mögliche Unterschiede zwischen den tatsächlich erzielten Einkünften und dieser Mindestbeitragsgrundlage im Nachhinein Nachforderungen durch die Pensionsversicherung aus. Zehetner-Piewald weist jedoch auf den positiven Aspekt hin: „Die Nachzahlungen erhöhen später die Alterspension.“ Diese macht für Selbstständige laut Jahresbericht der österreichischen Sozialversicherung 2019 durchschnittlich 1.524 Euro aus. Auch bei der Krankenversicherung können Selbstständige mit höheren Gewinnen nachträglich zur Kasse gebeten werden.

Für Selbstständige ist es deshalb wichtig, sich um eine rechtzeitige Finanzplanung zu kümmern. Je schlauer die Anlagelösungen sind, umso eher kann man finanzielle Engpässe gut überbrücken und die Risiken minimieren. Dann kann man sich auch voll und ganz auf die Chancen und Vorteile, die das Dasein als Selbstständige(r) bietet, freuen.

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