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Taschengeld: Die frühe Schule finanzieller Unabhängigkeit

Früh übt sich, wer sich möglichst viele Wünsche erfüllen und dafür seine Finanzen voll unter Kontrolle haben will. Taschengeld ist eine bewährte und leicht verständliche Form finanzieller Kompetenzerlernung.

Der richtige Umgang mit Geld erweitert den Handlungsspielraum und erleichtert ein selbstbestimmtes Leben. Das gilt nicht erst im Erwachsenenalter. Denn der Grundstein für wirtschaftliche Kompetenz und damit finanzielle Unabhängigkeit kann bereits früh gelegt werden.

Experten für Finanzkompetenz raten, schon früh mit Kindern über Geld zu sprechen. Anlässe dafür können Geldgeschenke beispielsweise durch Großeltern oder auch Kaufentscheidungen der Eltern im Haushalt sein. Ziel dabei sollte sein, die Wichtigkeit von wirtschaftlichen Entscheidungen zu vermitteln und unterschiedliche Möglichkeiten aufzuzeigen. Geld sollte demnach kein Tabuthema sein, wenn Kinder an die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft herangeführt werden. Zentrale Fragen dabei sind Vor- und Nachteile von Konsum und Sparen aufzuzeigen und abzuwägen: „Es ist sehr wichtig, Kindern beizubringen, dass Sparen wichtig ist. Dafür gibt es eine Belohnung und je länger die Zeitspanne, desto größer die Belohnung. Das Verständnis für den Zinseszins ist essentiell“, sagt Annamaria Lusardi, Direktorin des Global Financial Literacy Excellence Center an der George-Washington-Universität.

Tipps zur Staffelung

Taschengeld gilt als wichtige Möglichkeit für Kinder, Erfahrungen zu sammeln und mit eigenen Entscheidungen Verantwortung zu erlernen. Doch ab wann ist es sinnvoll, seinen Kindern Taschengeld zur Verfügung zu stellen und wie hoch soll es sein? Grundsätzlich ist dies vollständig den Eltern überlassen. Es gibt dazu keine gesetzlichen Bestimmungen. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort empfiehlt, Kindern von 6 bis 8 Jahren einen wöchentlichen Betrag von 0,50 bis 2,00 Euro zur freien Verfügung zu stellen und diesen bis zum Alter von 10 Jahren auf bis zu 3,00 Euro zu erhöhen.

Dabei wird besonders empfohlen, Taschengeld von Anfang an regelmäßig und verlässlich auszuzahlen, um Kontinuität und Sicherheit zu schaffen und den Kindern so den Wert dieser Aspekte zu vermitteln. Den Entzug des Taschengeldes als Bestrafung sollte man daher vermeiden.

Mit Eintritt in die Mittelschule scheint eine monatliche Auszahlung des Taschengeldes sinnvoll. So wird der zu überschauende Zeitraum vergrößert, an den üblichen Einkommensrhythmus eines Erwachsenen angepasst und die Verantwortung erhöht. Von 10 bis 12 Jahren beträgt die Empfehlung für monatliches Taschengeld zwischen 8 und 14 Euro. Mit fortschreitendem Alter erweitert sich nicht nur der Horizont, sondern auch die Bedürfnisse und Wünsche Jugendlicher ändern sich. Daher hält das Ministerium eine Erhöhung des Taschengeldes bis zur Volljährigkeit auf bis zu 60 Euro monatlich für angemessen.

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Konzept des Jugendlohns

Analog dazu gibt es das Konzept des Jugendlohns, dessen Höhe deutlich über dem üblichen Taschengeld liegt. Von diesem Betrag bestreiten die Jugendlichen allerdings auch die Kosten für vereinbarte Verpflichtungen wie Kleidung, Schuhe, Handyrechnung oder Friseurbesuch. Über das Geld, das dabei übrig bleibt, dürfen die Jugendlichen frei verfügen. Wie viel sie wofür einsetzen, entscheiden sie selbst. Dieses Modell wurde in der Schweiz entwickelt und soll dafür sorgen, dass Kinder früh eine altersgerechte Verantwortung für ihre Finanzen übernehmen.

Wie es sich für Erwachsene lohnt, bei Fragen zur Finanzierung oder der Vorsorge Finanzdienstleister zu Rate zu ziehen, so können auch Kinder und Jugendliche von Information durch Profis, die über die Praxis des Taschengeldes hinausgeht, profitieren. Hier empfiehlt sich zum Beispiel ein Besuch im Geldmuseum der Österreichischen Nationalbank. Es bietet neben speziellen Führungen auch altersgerechte Workshops und Lernunterlagen rund ums Geld, seine Verwendung und Sicherheit an.

Unter dem Schlagwort Finanzwissen und dem Motto „Fit fürs Geld“ wird darüber hinaus in manchen Bundesländern von unterschiedlichen Organisationen ein Finanzführerschein für junge Menschen angeboten. Sie bieten neben Veranstaltungen und Schulungen auch E-Learning-Angebote.

So wird der Umgang mit Geld neben der praktischen Erprobung durch Taschengeld auch mit fundierter Information ergänzt. Dies kann neben einer spielerischen Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen des finanziellen Lebens vor allem eines schaffen: Spaß.

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