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GfK-Studie - Auswirkung der Steuerreform

18.07.2016

GfK-Studie untersucht Auswirkung der Steuerreform sechs Monate nach Inkrafttreten

Mehrheit der Bevölkerung spürt keine positiven Effekte der Steuerreform

  • Rund ein Drittel der Befragten macht die steigenden Kosten und Gebühren für die Vernichtung der Effekte der Steuerreform verantwortlich.
  • Studie zeigt Einkommensnachteile der Frauen klar auf: Fast zwei Drittel spüren die Steuerreform gar nicht und nur wenige können freigewordenes Geld zur Seite legen.
  • Jedes Jahr weniger: Nur noch ein Drittel der Frauen fühlt sich ausreichend gut abgesichert.
  • Finanzberater Swiss Life Select fordert mehr öffentliches Problembewusstsein für drohende Altersarmut von Frauen.

Wien, am 28.07.2016 – GfK befragte im Auftrag des marktführenden österreichischen Finanzberatungsunternehmens Swiss Life Select im Juni 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zu den Auswirkungen der Steuerreform. 52 Prozent der Bevölkerung geben an, persönlich keine Effekte der Reform zu spüren. Frauen bestätigen diese Wahrnehmung gar zu 59 Prozent! Die Angaben korrelieren auch mit den Ergebnissen der Frage, inwieweit man überhaupt über die monatliche Steuerersparnis Bescheid weiß. Rund ein Drittel weiß darüber gar nicht Bescheid, rund ein weiteres Drittel kennt die genaue Zahl nur vage. Ein Viertel hingegen weiß es genau.Bevölkerung macht Teuerung der Güter des täglichen Bedarfs verantwortlichFür rund ein Drittel (29 Prozent) der Befragten sind es die steigenden Kosten und Gebühren, die die positiven Effekte der Steuerreform komplett oder zumindest teilweise vernichten. 82 Prozent der Befragten geben dabei den ständig steigenden Preisen für die Güter des täglichen Bedarfs die Schuld. Mit 56 Prozent ist eine deutliche Mehrheit zudem überzeugt, dass steigende Betriebskosten die Ersparnisse auffressen und ein Drittel (32 Prozent) macht die steigenden Mietkosten dafür verantwortlich. Bemerkenswerte 39 Prozent (!) sehen in den steigenden Ausgaben für Gesundheits- und Behandlungskosten den Grund.

Gutteil der Ersparnis fließt in den direkten Konsum, Sparquote minimal.46 Prozent der Befragten, denen durch die Steuerreform mehr Geld zur Verfügung steht, planen das Geld komplett auszugeben. Die meisten Ausgaben stehen dabei im Zusammenhang mit der Familie oder werden für Güter, die man sich früher nicht leisten konnte, ausgegeben. Nur 10 Prozent können durch die monatliche steuerliche Entlastung mehr Geld sparen. Bei Frauen sind es gar nur 6 Prozent.Frauen spüren Steuerreform noch wenigerRund die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Österreich arbeitet Teilzeit (Quelle: Statistik Austria, 2014), viele davon in den Niedriglohnsektoren Gastronomie und Tourismus. Dies spiegelt auch eine Reihe von Antworten wieder: Frauen spüren mit 59 Prozent deutlich weniger von der Steuerreform als Männer (45 Prozent). Und nur 6 Prozent können durch die Steuerentlastung monatlich mehr Geld zur Seite legen als vorher, was zur Folge hat, dass Frauen sich hinsichtlich ihrer Vorsorgemöglichkeiten immer weniger abgesichert fühlen. Im Vergleich zur Befragung im Vorjahr ist generell festzustellen, dass die Bevölkerung sich insgesamt weniger abgesichert fühlt. 43 Prozent fühlen sich sehr/eher abgesichert versus 50 Prozent im Jahr 2015. Auch hier zeigt sich ein deutliches Männer – Frauengefälle. Männer fühlen sich nämlich deutlich besser abgesichert als die Frauen: 50 Prozent versus 37 Prozent fühlen sich eher/gut abgesichert.

Die Entwicklung bei den VorsorgeproduktenDas Sparbuch/Sparkonto bleibt trotz niedrigster Zinsen nach wie vor das beliebteste Vorsorgeprodukt der Österreicher (58 Prozent), gefolgt vom Bausparvertrag (52 Prozent) und der Lebensversicherung (42 Prozent). Eine rückläufige Tendenz für die Nutzung dieser Top 3 Vorsorgeprodukte kann heuer jedoch beobachtet werden. Die Österreicherinnen und Österreicher geben in diesem Zusammenhang an, dass ihnen eine Pflegeversicherung, Immobilien und die private Pensionsvorsorge am meisten fehlen.Vielen Frauen droht Altersarmut„Die Studie führt vor Augen, dass die Frauen immer deutlicher die Auswirkungen ihrer geringeren Einkommen spüren. Zur hohen Teilzeitbeschäftigung kommt hinzu, dass Frauen mit 60,2 Jahren (OECD, 2014) früher in Pension gehen und damit ihre besten Einkommensjahre zu früh enden. Das bedeutet jedoch, dass vor allem Frauen für ein längeres, selbstbestimmtes Leben bei weitem nicht ausreichend abgesichert sind. Wir müssen daher zusammen mit der Politik das öffentliche Bewusstsein, aber auch die Anreize für die private Vorsorge zur Vermeidung von Altersarmut dramatisch erhöhen. Angesichts der steigenden Lebenserwartung braucht es daher auch neue Impulse für ein positives Spar- und Vorsorgeverhalten“, kommentiert Christoph Obererlacher, CEO von Swiss Life Select, die Studienergebnisse.

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