Ob ein leuchtender Monsterkürbis, als Geister verkleidete Nachbarskinder im Zuckerrausch oder düstere Party-Tricks: Kein Halloween-Schreck lässt unsere Financial Planner so sehr gruseln wie diese Finanzfehler. Wenn du dein Geld smart veranlagen willst, raten wir dir, sie zu vermeiden ... sonst gibt’s Saures!

Versuchen, den Markt zu timen

Böse Anlagegeister rufen dir schaurig zu: „Ich warte auf den perfekten Moment für ein Investment.“ Aber das funktioniert in der Regel nicht, denn man ist fast immer zu spät dran. Märkte verhalten sich nicht planbar, deshalb kann niemand die Tiefs oder Hochs dauerhaft vorhersagen. Wer diszipliniert, strategisch und langfristig investiert bleibt, kann am meisten profitieren.

Alles auf eine Karte setzen oder: Mark Twain und die mechanische Setzmaschine

Ende des 19. Jahrhunderts investierte der Schriftsteller Mark Twain seine gesamten Ersparnisse in den so genannten Paige Compositor. Die mechanische Setzmaschine von James Paige war so komplex, dass sie angeblich aus 18.000 Teilen bestand. Leider wurden weniger als ein halbes Dutzend Maschinen hergestellt, James Paige ging bankrott und Mark Twain verlor sein Vermögen.

Also sei nicht wie Mark Twain und streue das Risiko deiner Investments lieber, indem du dein Geld auf verschiedene Anlageformen verteilst.

Auf kurzlebige Trends aufspringen: Die Tulpenzwiebelmanie

In den 1630er Jahren war man in den Niederlanden ganz begeistert von Tulpen, die kurz zuvor aus der Türkei eingeführt worden waren. Tulpenzwiebeln waren plötzlich so begehrt, dass eine einzige Zwiebel den Wert eines ganzen Anwesens erreichte. Viele Investoren waren so begeistert, dass sie um jeden Preis an diesem Geschäft teilnahmen. Als jedoch immer mehr Menschen begannen, Tulpen anzubauen, sanken die Preise. Die Investoren verkauften ihre Bestände in aller Eile und machten erhebliche Verluste.

Kurz gesagt: Manche Trends sehen verlockend aus – aber oft sind sie reine Spekulation. Gerade, wer auf ein hippes, neues Thema setzt, riskiert hohe Verluste, wenn sich plötzlich die Stimmung wieder dreht.

Rasch abwechselnd kaufen und verkaufen

“Hin und her macht Taschen leer!” rufen die Hexen, die auf ihren Besen durch die Halloween-Nacht zischen. Und sie haben recht. Das eigene Depot allzu häufig umzuschichten – also zu oft Aktien zu kaufen und schnell wieder zu verkaufen – kann dich aufgrund hoher Transaktionsgebühren teuer zu stehen kommen. Mit einer langfristigen Strategie kannst du an der Börse meistens nicht viel falsch machen.

“Heißen” Finanz-Tipps vertrauen: das Ponzi-System

Das Ponzi-System (“Ponzi scheme”) geht auf den Betrüger Charles Ponzi zurück. Es wirbt mit hohen Gewinnen, mit nur kleinem oder gar keinem Risiko. Man muss nur Geld überweisen und sonst nicht selbst tätig sein. Oft wird jedoch nur ein
kleiner Teil der Beträge überhaupt in etwas investiert. Die Gewinnausschüttungen aktueller Kundinnen und Kunden werden mit den Einzahlungen neuer Kundinnen und Kunden finanziert; es wird also eine exponentiell steigende Anzahl an Teilnehmenden benötigt, der Kollaps ist unausweichlich.

Vielleicht erinnerst du dich an den US-amerikanischen Börsenmakler Bernie Madoff. Er betrieb einen Investmentfonds nach diesem System und schädigte damit weltweit rund drei Millionen Personen.

Befolge also keine „heißen“ Finanztipps, die dir schnelles Geld versprechen. Setze beim Investieren auf das KISS Prinzip – „Keep it simple & stupid“: Wähle gute liquide Investments in Fonds, ETFs, Aktien oder Anleihen, die du verstehst – oder frage erfahrene Financial Planner um Rat.