Weihnachten wird jedes Jahr ein bisschen teurer. Laut einer aktuellen Umfrage der bank99 geben Österreicherinnen und Österreicher heuer im Schnitt 814 Euro für Weihnachten aus. Das legt nahe, dass viele im Jänner das Gefühl haben werden, „übertrieben“ zu haben. Financial Planner Luca Saalbach zeigt, wie du mit sozialem Druck und versteckten Mehrkosten umgehst und mit einem klaren Finanz-Start souverän ins neue Jahr gehst.
Wie gehe ich mit dem sozialen Druck um, teure oder besondere Weihnachtsgeschenke zukaufen?
Der Druck, „besondere“ oder besonders teure Geschenke zu kaufen, entsteht meist dann, wenn es kein klares Budget gibt. Wer jedoch früh festlegt, wie viel er oder sie ausgeben möchte, schafft sich einen Schutzschild gegen Vergleichsdruck und bleibt diszipliniert. Teurer ist außerdem nicht automatisch besser. Wertvoll ist, was zur Person passt: gemeinsame Zeit, Erlebnisse, etwas Selbstgemachtes oder ein Geschenk mit Bedeutung. Viele empfinden genau solche Gesten persönlicher und wertvoller als hohe materielle Ausgaben.
Welche möglichen unerwarteten Ausgaben sollte ich einplanen?
Die meisten unterschätzen nicht die Kosten für Geschenke, sondern alles, was darum herum passiert. Typische „versteckte“ Ausgaben sind: Treffen am Weihnachtsmarkt, Reisekosten zu Familie & Freunden, Essenseinladungen und Restaurantbesuche, Last-Minute-Geschenke, Geschenkpapier, Versandkosten, Deko und natürlich Silvester und Neujahrs-Events. Um diesen ungeplanten Ausgaben mit Ruhe und Gelassenheit zu begegnen, ist es wichtig, die Puffer für Sparen & Saisonales (Link zu Teil 1 embedden) richtig zu wählen und nicht zu knapp zu kalkulieren.
Was sollte ich beim Zahlen mit Kreditkarte beachten?
Wer kann, sollte eher mit Bankomat- bzw. Debitkarte zahlen, weil die Abbuchungen sofort ausgeführt werden und man die Ausgaben besser im Blick hat. Mittlerweile werden diese auch in vielen Online-Shops akzeptiert. Wenn sich eine Kreditkartenzahlung nicht verhindern lässt, sollten diese Beträge sofort im Haushaltsplan erfasst werden, sei es in einer App oder in einem einfachen Einnahmen-Ausgaben-Tool. So behältst du den Überblick und verhinderst, dass im Jänner plötzlich hohe Beträge abgebucht werden, die du bereits vergessen hast.
Erledige ich große Zahlungen besser vor oder nach Weihnachten?
Grundsätzlich rate ich, größere Zahlungen nicht unnötig aufzuschieben, sofern das Geld vorhanden ist. Das verhindert Mahnspesen, Verzögerungen oder dass man eine Zahlung schlicht vergisst. Somit „schrumpft“ zwar das Weihnachtsbudget bzw. das Budget für Alltagsausgaben, aber auch die Gefahr, zu viel zu konsumieren. Viele Menschen empfinden es außerdem als entlastend, größere Beträge noch vor dem Jahreswechsel zu erledigen – man startet klarer und ruhiger ins neue Jahr.
Natürlich gilt: Urlaubszahlungen oder andere Ausgaben, die weiter in der Zukunft liegen, müssen nicht voreilig bezahlt werden.
Was schenken Financial Planner zu Weihnachten?
Ich selbst schenke am liebsten gemeinsame Erlebnisse. Und Dinge, die finanziell entlasten oder Werte schaffen, ohne belehrend zu wirken. Das können kleine Notfall-Sparboxen, Erlebnisgutscheine, Finanz-Workshops oder Bücher sein – aber oft sind es auch einfach sehr persönliche Geschenke, die zeigen: „Ich habe wirklich an dich gedacht.“
Nach Weihnachten ist vor Silvester: Wie starte ich finanziell gut aufgestellt ins neue Jahr?
Viele Kundinnen und Kunden merken im Jänner: „Der Dezember ist aus dem Ruder gelaufen.“ Doch das eigentliche Problem war selten der eine Weihnachtsmarktbesuch zu viel, sondern das fehlende Budget und der fehlende Überblick. Darum mein Rat: Mach nicht nur Vorsätze, mach einen Jahres-Finanzstart. Das bedeutet: Fixkosten checken, Rücklagen aktualisieren, saisonale Kosten durchdenken, finanzielle Ziele definieren, die 3-Konten-Methode (hier ebenfalls Link zu Teil 1 embedden) für das neue Jahr anpassen. Wer das bewusst macht, trifft bessere Entscheidungen und geht finanziell deutlich selbstbestimmter durchs Jahr.
Wie du dein Weihnachtsbudget souverän planst und was das mit der 3-Konten-Methode zu tun hat, erfährst du im ersten Teil dieses Interviews - hier geht's lang.
Jetzt Kontakt aufnehmen!